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Drowning in Flame, a quarter-tone suite in six movements

02.11.2019

13:00 Uhr. Kunst-Station St. Peter. Drowning in Flame, a quarter-tone suite in six movements. Scott Fields.

 

Drowning in Flame, a quarter-tone suite in six movements heißt die Suite für Stahlsaitengitarre, die 2015 von Scott Fields geschrieben wurde und im Rahmen der Lunchkonzerte der Kunst-Station St. Peter nun von Field selbst wieder aufgeführt wird. 

Foto: Felix Knoblauch

Fields Sitzt dabei mit seiner Stahlsaitengitarre auf einer Klavierbank, vor ihm ein Tablet-PC, von dem er die Noten abliest. Darunter ein kleines Mikrofon, das die mit den Fingern gezupfte und daher eher leise Gitarre dezent verstärkt.  

 

In der Anmoderation erfahren wir, dass den sechs Stücken der Suite Gedichte zugrunde liegen. Die verschiedenen Stimmungen übertragen sich – meist beschränkt auf wenige Parameter – auf die Musik. Entsprechend dieser Parameter hat jedes Stück seine eigene Klangfarbe und bestimmte Eigenheiten in Rhythmus und Struktur. 

 

Eine weitere unverkennbare Besonderheit: die Gitarre ist so gestimmt, dass sie sich in Vierteltönen spielen lässt. Dadurch bekommen einige der Melodien ein enges Timbre, die Tonverläufe öffnen sich selten, insgesamt klingen wenige Spitzen und alles wirkt irgendwie gestaucht. Ein melodisches Ausbrechen scheint durch die Stimmung erschwert zu werden. 

 

Klanglich – wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der Verstärkung – erinnert die umgestimmte Gitarre tatsächlich auch an eine Zither. Teils homophone Passagen untermauern diesen Klangeindruck, der sich – wenn Fields auf das Griffbrett schlägt – sogar in Richtung eines Hackbretts bewegt. 

 

Besonders beim Spielen von Oktaven wirkt die Viertelton-Stimmung angenehm irritierend. Da man sich relativ schnell an die "Verstimmung" gewöhnt hat, bedarf es durchaus an Aufmerksamkeit, eine verstimmte Oktave von einer lediglich etwas dunkler klingenden bzw. intonierten zu unterscheiden. 

 

Ebenfalls irritiert ist man von den beinahe elektronischen Klängen, die dadurch erzeugt werden, dass unmittelbar am Steg gezupft wird. Dem Ton fehlt es an diesen Stellen an Körper, durch die lauten Obertöne entsteht ein metallischer Effekt. 

 

Letzten Endes ist Drowning in Flame, a quarter-tone suite in six movements nicht nur ein Stück, das durch den vermeintlichen Bezug zur Lyrik interessant ist. Viel eher ist hier ein klang-polyphones Werk entstanden, das die klanglichen und spieltechnischen Grenzen der klassischen Gitarre bewusst überschreitet. 

 

Felix Knoblauch

 

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