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Trio MUT in der Alten Feuerwache

11.02.2019

20:00 Uhr. Kino Alte Feuerwache. Trio MUT.

 

Michael Vorfeld, Ute Wassermann und Thomas Rohrer bilden – den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen entsprechend – die Formation MUT. Hier werden traditionelle portugiesische beziehungsweise brasilianische Instrumente für die zeitgenössische europäische Musik nutzbar gemacht. Selbst entworfene Klangobjekte und dezenter Einsatz von Live-Elektronik runden das Klangerlebnis ab.

 

Im Zentrum der insgesamt drei Sets des Abends steht Ute Wassermann. Die Vokalkünstlerin entfernt sich mit ihrem Gesang bewusst von dem gewohnten Klangbild der menschlichen Gesangsstimme. Dabei bekommt die Stimme dann etwas animalisches, wenn beispielsweise Vögel imitiert werden oder Wassermann zu röhren beginnt. Die Stimme wird hier aber auch in gewisser Weise materialisiert. Besonders fällt das bei der Interaktion mit dem Schlagzeuger Michael Vorfeld auf. Hier begeben sich die beiden in ein polyphones Netz aus knackend impulsiven Geräuschaktionen, die teilweise vergessen lassen, dass das Gehörte doch eigentlich von einem Menschen produziert wird.

 

 

Harmonisch untermalt wird das Geschehen von Thomas Rohrer und seiner Rabeca. Dieses geigenähnliche, brasilianische Instrument portugiesischen Ursprungs, liegt anfangs auf dem Bauch und wird rein perkussiv benutzt. Dazu kommen verschiedene elektrisch rotierende Hilfsmittel zum Einsatz, die ihrerseits wieder perfekt mit den Stimmklängen harmonieren. Im späteren Verlauf entfaltet das Instrument dann auch sein harmonisches Potenzial. Hier werden – neben der konventionellen Streichtechnik – Holzplättchen zwischen die Saiten gesteckt, die als eine Art Resonanzverstärker funktionieren und beim Bespielen mit dem Bogen bordunartige Klänge erzeugen.

 

An wenigen Stellen verlieren sich die Musiker in Klangflächen, die zum Zuhören wenig interessant sind. Das passiert meist, wenn kein neuer Materialinput kommt und man sich nicht sicher ist, in welche Richtung sich das Gebilde entwickeln soll. Die insgesamt drei Sets des Abends sind aber trotzdem recht abwechslungsreich gestaltet. Verschiedenste Nasenflöten und imitierte Vogelstimmen bieten immer wieder neues Material, um die geplante Improvisation für den Zuhörer spannend zu machen. Auch der dezente Einsatz von Live-Elektronik – hier weiß man manchmal nicht, was Stimme, was Rabeca und was nun Elektronik ist – trägt dem spannenden Konzerterlebnis Rechnung.

 

Felix Knoblauch

 

 

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