Trio Inverspace zu Gast in Köln

20:00 Uhr. ON Büro. Trio Inverspace.

Das Trio Inverspace setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Ensembles Inverspace. Die Formation ist in Basel und in Köln beheimatet und besteht aus Maruta Staravoitava an den Flöten, Patrick Stadler an den Saxophonen und Robert Torche an der Live-Elektronik.

Die Musiker spielen in ihrer kleinen Besetzung überwiegend Werke neuester zeitgenössischer Musik. Der Fokus liegt hier auf der Synthese von akustischen und elektronischen Klängen und improvisierter mit komponierter Musik. Mit dieser Programmatik treten sie mittlerweile weltweit auf. Nach Konzerten in Asien und Nord-Amerika geben sie nun ein Gastspiel im kleinen ON-Büro.

Auf dem Programm des Abends steht das mit Luftgeräuschen spielende El fondo del agua für Flöte und Saxophon von Santiago Diez-Fischer, Matthias Krügers die variable Raumakustik ausnutzendes fuckin'A! für Saxophon, Antoine Chessex' mit einer Metallspirale Basstöne generierendes Miasma für Trio und eine Improvisation für Live-Elektronik von Robert Torche. Außerdem hören wir zwei Uraufführungen.

Als erste Uraufführung wird Skhèmata von Antoine Fachard gespielt. Das Stück für Flöte Solo versucht offenbar verschiedenste Stile der Flötenliteratur zu vereinen und in einer eigenen Klangsprache umformuliert zu artikulieren. So fühlt man sich etwa durch den formalen Aufbau und die rhythmische Präzision an Xenakis oder Ligeti erinnert. Der plakativ differenzierte Gebrauch der Spieltechniken wiederum erinnert mich zu oft an Berios Sequenza. Insgesamt ist das Stück aber durchweg spannend zu verfolgen. Die performative Interpretation der Solistin intensivierte das Hören.

Speedcore attitude von Maurilio Cacciatore ist die zweite Uraufführung des Abends. Das Stück für Flöte, Saxophon und Live-Elektronik nimmt dabei Bezug auf eine Speedcore-Ästhetik, die sich ihrerseits als aggressivere Variante des Hardcore Technos präsentiert. Damit reiht sich das Stück ein in eine aktuell scheinbar stets präsenter werdende Popular-Ästhetik, auf die die aktuelle zeitgenössische Musik immer häufiger Bezug nimmt. Das Werk ist in sich geschlossen und die Instrumente schlüssig in das Techno-Spektakel eingebunden. Eine genuin eigene Entwicklungstendenz oder eine besondere Klanglichkeit suche ich aber vergebens. Ich denke an für diese spezielle Ästhetik richtungsweisende Werke von Maingardt, Schubert, teilweise Hübner oder Thobaben und vermisse den Wunsch, sich in diesem zeitgenössischen Umfeld klar und unverkennbar zu positionieren.

GB

#TrioInverspace #ONBüro #LiveElektronik #Improvisation

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