Zett Emm_20_17 – 5. Jugendfestival für zeitgenössische Musik.

13:00-19:00 Uhr. Alte Feuerwache. Zett Emm_20_17 – 5. Jugendfestival für zeitgenössische Musik.

Zett Emm_20_17 – 5. Jugendfestival für zeitgenössische Musik.

Zum fünften Mal fand vergangenen Samstag das Zett Emm-Festival statt. Im jährlichen Zyklus wird dieses Jugendfestival für zeitgenössische Musik von der Rheinischen Musikschule Köln veranstaltet. Zusammen mit der Kölner Tanzakademie, der Kölner Philharmonie, dem WDR, dem Institut für Computermusik der UdK Essen, der Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf und dem Studio Musikfabrik wurde ein buntes Programm gestaltet, das in erster Linie darauf ausgerichtet war, Kinder und Jugendliche in Kontakt mit zeitgenössischer Musik zu bringen. Neben insgesamt fünf Konzerten fanden auch Workshops und Gesprächsrunden statt, an denen sich jeder Festivalbesucher beliebig beteiligen konnte.

Die Konzerte waren mit jeweils nur 30 Minuten Dauer in angenehm kurze Blöcke verpackt. Eine gute Entscheidung, die die für viele Besucher wohl ungewohnte Musik leicht verdaulich machte. Zu hören waren Werke großer Meister wie Berio, Stockhausen oder Grisey. Einen Großteil des Programms gestalteten die jungen Kompositionsschüler*innen allerdings selbst. So kamen, neben vielen anderen schönen Stücken, das impressionistisch schwebende Lento für Cello und Klavier von Rüdiger Blömer, das das Spannungsfeld zwischen „Gut“ und „Böse“ untersuchende Mini Macro Tanz für zwei Blockflöten von Felix Kesler oder auch die rein elektronische und die Smartphones der Zuschauer als Klangquelle nutzende Komposition Collage von Kevin Hunder-Conolly und Daniel Erlenhofer auf die Bühne der Alten Feuerwache. Den musikalischen Abschluss des Festivals gestaltete das Studio Musikfabrik, das Jugendensemble für Neue Musik des Landesmusikrats.

In der von Thomas Taxus Beck moderierten Gesprächsrunde, an der Vertreter*innen aller oben genannten Kooperationspartner teilnahmen, schwärmten die jungen Schüler*innen förmlich von allem, was die zeitgenössische Musik mit ihnen macht und was sie durch sie gelernt hätten. So wurde von den Kindern stolz berichtet, wie wichtig Flexibilität und Spontaneität im Umgang mit neuen Werken sind, deren überarbeitete Partituren oft nur knapp vor dem Konzert bei den Interpreten eintreffen. Auch die Response-Projekte der Rheinischen Musikschule und der Kölner Philharmonie, in denen junge Komponist*innen in mehrwöchigen Projektphasen eigene Stücke schreiben können, wurden von den Schülern als existentiell für die Musikvermittlung herausgestellt.

Ob man das Zett Emm-Festival denn wirklich brauchen würde, fragte Taxus Beck zum Abschluss mit rhetorischem Grinsen. Wenn es denn überhaupt noch Musikunterricht in den Schulklassen gäbe, dann käme man dort nur mit Pop-Musik in Kontakt erwiderten die Schüler einstimmig. Und wenn mal Klassik besprochen würde, dann nur Sachen, die ja eh schon jeder kenne. Wo man denn sonst als Schüler Neue Musik machen dürfe, fragte ein junger Komponist bissig zurück.


Felix Knoblauch

#ZettEmm #JugendfestivalfürzeitgenössischeMusik #AlteFeuerwache #RheinischeMusikschule

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